HEIDEGGER-SEMINAR


Ab Mitte August 2026 gibt's ein kontinuierliches Seminar zu Martin Heideggers "Sein und Zeit" (1927), mit dem Ziel, dieses frühe Hauptwerk in 1-2 Jahren durchgearbeitet zu haben mit genügend Zeit für ausführliche close-reading-Besprechungen. Sowohl logistisch wie auch anfahrtstechnisch bieten sich online-Sitzungen an.

 

Wieso "Sein und Zeit"? Abgesehen von seiner philosophiehistorischen Position als Dreh- und Angelpunkt des 20. Jh., als Bezugs- und Kontrapunkt für alle relevanten philosophischen (z.T. auch literarischen) Versuche der Folgezeit, wird in diesem Buch das Menschsein völlig neu gedacht und entwickelt: Heidegger verfolgt den scheinbar einfachen Gedanken, der alle heute dominanten Diskurse ins Wanken bringt, nämlich, dass der Mensch kein Gegenstand ist: auch kein Untersuchungsgegenstand einer Wissenschaft, auch kein Datenträger (Wissenschaften / Technik / Ökonomie); er ist kein Lebewesen (jegliche biologistische Ansätze wie in Philosophie / Psychologie / Medizin etc.); er ist kein isoliertes, abgeschlossenes Subjekt oder Individuum, das erst über irgendwelche sinnlichen Kanäle einen Bezug zur Welt und zu anderen Menschen herstellen müsste (Philosophie / Psychologie / Soziologie / polit-ökonomisch-pädagogischer-etc. Individualismus)

 

Dagegen versucht Heidegger positiv aufzuzeigen, wie der Mensch denn ist, wenn er nicht wie ein Gegenstand ist und weshalb und woher überhaupt die Interpretation des Menschen als Gegenstand auftauchte und auftauchen musste (aus seiner Sicht: weshalb 2500 Jahre Philosophie - und knapp 300 Jahre Wissenschaft - den Menschen nicht anders denken konnten, sondern sich immer mehr auf diese unbedachte Voraussetzung versteiften). Was dabei herauskommt ist eine radikale Kritik der bisherigen Philosophie und somit der Art und Weise, wie wir uns selbstverständlich die Welt, die anderen Menschen und uns selbst zurechtlegen. Deshalb mag auch die Sprache von "Sein und Zeit" erst einmal 'kompliziert', 'sperrig' oder irgendwie 'schwierig' erscheinen, weil sie uns etwas sagt, was unsere Gewohnheiten in Frage stellt. An solch festgefahrenen Denkmustern wollen wir in dieser Lektüre jedenfalls etwas mitrütteln.

 

Besondere Hinsichten meiner Lektüre werden die Differenzialität des heideggerschen Denkens, die Thematik des Mitseins / der Alterität / des Sozialen sowie des Todes / des Sterbens als Können / als Freiheit darstellen. Zunächst wird es allerdings ganz einfach darum gehen, überhaupt in die Begrifflichkeit und Textlichkeit von "Sein und Zeit" einzutauchen.

 

Es gibt aktuell zwei organisatorische Optionen:

 

1) wöchentliche Besprechungen à 90 Min. à 5-7 Seiten (= ca. 1-1.5 Std Vorbereitung)

 

2) 14-tägliche Besprechungen à 120 Min. à 10-15 Seiten (= ca. 2-3 Std Vorbereitung)

 

Voraussichtliches Zeitfenster: mittwochs ab 18:00 / 18:30 / 19:00 / 19:30 / 20:00

 

Wir würden während ca. 40 Wochen pro Jahr gemeinsam lesen (= in den Schulferien nicht) und die Bezahlung würde quartalsweise (Variante 1: 10x für CHF 200.-; Variante 2: 5x für 150.-) erfolgen.

 

Bei Interesse bei mir melden (voll dabei / falls es passt dabei) und gerne gleich angeben, wie sehr schon "Sein und Zeit" gelesen wurde (oder nicht), welche Variante bevorzugt wird und welches Zeitfenster unmöglich wäre. Für weitere Fragen stehe ich zur Verfügung.